Als Sprachentwicklungsverzögerung werden Schwierigkeiten in der kindlichen Sprachentwicklung mit Defiziten in folgenden Bereichen bezeichnet:
Aussprache: Schwierigkeiten in der Aussprache werden auch
Dyslalie genannt. Sie sind gekennzeichnet durch Probleme beim
Aneignen und beim Gebrauch der Sprachlaute. Beispiel:
„Tinder“ statt „Kinder“
„Sule“ statt „Schule“
„Hadio“ statt „Radio“ usw.
Grammatik (= Dysgrammatismus): Das Kind hat Schwierigkeiten,
die Sprache nach den Regeln der Wort- und Satzbildung richtig
zu gebrauchen. Der Dysgrammatismus zeigt sich durch
-das Auslassen von Wörtern oder Satzteilen (z.B. „Ich geh
Oma“)
-durch falsche Stellung der Wörter im Satz (z.B. „Die Mama bald
nach Hause kommt“)
-und / oder durch Fehler bei der Konjugation (also der Flexion
von Verben; z.B. „Ich sagen“, „Du fährt“) oder der Deklination
(also der Flexion von Substantiven gemäß ihres Kasus = Fall,
Numerus = Zahl und Genus = Geschlecht; z.B. „Ich sitze auf die
Stuhl“, „Ich esse ein Banane“)
Wortschatz: Das Kind entwickelt nur einen deutlich eingeschränkten Wortschatz und fällt beispielsweise durch Probleme bei der Bildung von Oberbegriffen, Synonymen und Oppositionen auf.
Sprachverständnis:Das Kind hat Schwierigkeiten, die Bedeutung von Wörtern und Sätzen zu verstehen (wobei das Gehör intakt ist)
